Nondeterminismus bei LLMs – Warumreproduzierbare KI-Ergebnisse für Unternehmen entscheidend sind
- Boris Thienert

- 7. Nov.
- 2 Min. Lesezeit

Die unsichtbare Herausforderung im KI-Zeitalter
Large Language Models (LLMs) wie GPT-4, Claude oder Llama revolutionieren den
Business-Alltag. Sie schreiben Texte, analysieren Daten, beantworten Kundenanfragen –
und das zunehmend automatisiert und skalierbar. Doch ein technisches Detail bleibt oft
unbeachtet: Nondeterminismus bei der Inferenz, also bei der Ausführung von
Modellanfragen. Was verbirgt sich dahinter – und warum ist das für Entscheider:innen
so relevant?
Was bedeutet Nondeterminismus bei LLMs?
Im Paper „Defeating Nondeterminism in LLM Inference“ von Murati’s Thinking Machines
Lab wird ein zentrales Problem offengelegt: Die Ergebnisse von LLMs können
schwanken, abhängig davon, wie und mit wem das Modell auf einer GPU genutzt wird.
GPU-Kernels sind nicht batch-invariant – das heißt, identische Prompts können zu
unterschiedlichen Ergebnissen führen, je nachdem, welche anderen Anfragen
gleichzeitig verarbeitet werden.
Warum passiert das?
Viele GPU-Operationen sind auf Performance optimiert und führen
Rechenoperationen parallel aus. Kleinste Unterschiede in der Reihenfolge oder Präzision (Floating-Point-Arithmetik) können das Ergebnis beeinflussen. Batch-Verarbeitung verstärkt diese Effekte, insbesondere im Multi-User-Betrieb.
Was sind die Risiken für Unternehmen?
1. Compliance & Regulatorik
Gerade unter dem EU AI Act (ab Februar 2025) wird Nachvollziehbarkeit zur Pflicht.
Unterschiedliche Ergebnisse bei gleichen Inputs sind in regulierten Branchen (z. B.
Healthcare, Finance, Recht) ein Compliance-Risiko.
2. Produktqualität & Debugging
Fehler lassen sich schwerer reproduzieren, wenn die KI „mal so, mal so“ antwortet. Das
erschwert Qualitätsmanagement und Support.
3. Vertrauen in KI
Business-Entscheider:innen und Nutzer:innen verlieren Vertrauen, wenn sich die KI wie
eine Blackbox verhält und Ergebnisse nicht konsistent sind.
Die Lösung: Deterministische Inferenz
Murati’s Lab schlägt vor, die Inferenzprozesse so zu gestalten, dass sie batch-invariant
werden. Das bedeutet: - Gleiche Inputs liefern garantiert gleiche Outputs – unabhängig
von parallelen Anfragen. - Technisch erfordert das Präzisionsmanagement bei
Floating-Point-Operationen und Anpassungen auf Kernel-Ebene. - Für Unternehmen:
Mehr Kontrolle, bessere Auditierbarkeit und Compliance-Sicherheit.
Was heißt das für die Praxis?
KI-Anbieter gezielt prüfen: Fordern Sie Nachweise für deterministische Inferenz,
insbesondere bei kritischen Anwendungen.
Technische Due Diligence: Lassen Sie Ihre IT prüfen, wie Ihr Anbieter mit
Batch-Processing und Floating-Point-Arithmetik umgeht.
Kommunikation stärken: Transparenz zu diesem Thema schafft Vertrauen bei
Stakeholdern und Kund:innen.
Fazit: Reproduzierbarkeit ist der neue Goldstandard
Nondeterminismus ist kein Randproblem, sondern betrifft die Zukunftsfähigkeit von KI
im Business. Unternehmen, die auf deterministische Inferenz setzen, sind regulatorisch
und technisch klar im Vorteil – und stärken das Vertrauen in KI-basierte Prozesse.
Quellen: - Murati’s Thinking Machines Lab: „Defeating Nondeterminism in LLM
Inference“ (2024) - Eigene Analyse & Einordnung (Boris Thienert)
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![Alles, was Sie über das Tiny Recursive Model [TRM] wissen musst](https://static.wixstatic.com/media/ff8268_e725e63b83fe4d8a8298e85aaebe9472~mv2.png/v1/fill/w_980,h_653,al_c,q_90,usm_0.66_1.00_0.01,enc_avif,quality_auto/ff8268_e725e63b83fe4d8a8298e85aaebe9472~mv2.png)

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